Die Besonderheit der Birkenstock-Sandalen

Vor 10 Jahren waren Birkenstock wohl die hässlichsten Schuhe, die es weit und breit gab. Diese Öko-Latschen wurden meist mit Kaffeefahrten und Rentnern in Verbindung gebracht. Es schien, als wären Langeweile und fehlendes Stilgefühl in Form eines Latschens wiedergeboren.

Doch dann kam eine Blondine, revolutionierte die Marke und verwandelte es regelrecht in ein Kunstgemälde. Ich rede hier von keiner anderen als dem deutschen Exportschlager Heidi Klum. Gut, damals war ihre Stimme mehrere Oktaven tiefer und sie selber war auch viel authentischer als nach der Ausstrahlung von Germanys next Topmodel. Heidi kreierte mit Birkenstock ihre eigene Kollektion, die im Grunde aussah, als hätte sie ihrer Tochter Leni statt einem Zeichenblock die Schuhe in die Hand gedrückt.

Wie auch immer, nach einer langen Dürreperiode etablierten sich die Schuhe wieder in die Gesellschaft und sogar Menschen unter 60, ja sogar unter 30 Jahren waren ganz vernarrt danach. Modelle wie Madrid, Gizeh oder Arizona gingen weg wie warme Semmel. Die Menschen trauten sich mit den Schuhen auf die Straße, gingen damit einkaufen, besuchten Ausstellungen oder hatten Dates. Birkenstock wurden nun zu einem Lifestyle Produkt wie Chai Latte oder iPod.

Birkenstock Gizeh

Was macht aber den Erfolg von diesen Latschen aus. Eins ist sicher, Heidi Klum hat den Stein nicht zum Rollen gebracht, sondern holte diese Schuhe nur aus ihren Oma-Image wieder raus. Der Erfolg liegt eindeutig an dem Komfort und der Tradition, die hinter Birkenstock steckt. Heidi erinnerte die Menschen lediglich nur an die Werte der Marke.

Die Marke ist ein Zeitgeist, der alle Generationen durchlaufen hat. Mit seiner 230-jährigen Erfahrung werden nicht nur erstklassige Sandalen hergestellt, sondern auch für eine umweltgerechte Produktion gesorgt.  Geplante Obsoleszenz war  gestern, jetzt ist Nachhaltigkeit gefragt. Mit seinem effizienten Reparatur-Service will Birkenstock Abfall vermeiden und somit die Umwelt entlasten.

Quelle: http://www.schuh-kruse.de/

Mir persönlich war der Erfolg dieser Marke nie richtig bewusst. Dies wurde mir erst vor Augen geführt, als ich mit einer Koreanerin in Chicago in ein Apartment zusammenzog und sie gleich am Tag des Einzuges mir stolz ihre rosa Birkenstock präsentierte. Es stellte sich heraus, dass die Birkenstock in Korea sehr begehrt sind. Während einer Europareise machte sie einen Abstecher nach Deutschland und kaufte sich die Schuhe. „They are so comfortable and pink…and it is made in Germany“, sagte sie zu mir. Das Siegel „Made in Germany“ wird nach wie vor rund um den Globus geschätzt. Zurück in Deutschland kaufte ich mir dann die begehrten Schuhe und trug sie während meines Urlaubs in der Mongolei und China. Jetzt weiß ich nun endlich, was die Schuhe so besonders macht. Es ist nicht nur der Komfort der Schuhe, sondern auch langjährige Erfahrung und das deutsche Handwerk. Wie ein Mann, der sich sein Ego durch ein besonderes Auto definiert, so definiere ich mein Ego durch meine Schuhe. Die Birkenstock zu tragen fühlte sich an, wie einen kostbaren Oldtimer zu besitzen.

Heidi Klum mag der Exportschlager sein, aber dennoch ist sie ersetzbar. Birkenstock wiederrum werden für immer in den Herzen der Menschen bleiben, egal ob in Deutschland, Korea oder anderswo.

Wer von euch alles über Füße erfahren will, kann seinen Informationsdurst auf der Birkenstock-Homepage stillen. Reinschauen lohnt sich aufjedenfall. Dort habe ich auch gelernt, dass das Fußbett mit seiner Form den Halus valgus, bedingt durch häufiges Tragen von hohen Schuhen, vermindert.

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